Heiner Geißler will die Siegessäule sprengen

Die Siegessäule ist in erster Linie ein Symbol der 3 Einigungskriege. Dieses Denkmal erinnert an die militärischen Siege Preußens (Deutsch-Dänischer Krieg (1864), Preußisch-Österreichischer Krieg (1866)), aber vor allem an den Deutsch-Französischen Krieg (1870 / 1871), bei dem das Kaiserreich Frankreich dem Norddeutschen Bund (Preußen) den Krieg erklärte, woraufhin dieser sich mit den 3 verfeindeten süddeutschen Staaten (Bayern, Württemberg, Baden) einigen konnten und gemeinsam gegen den französischen Aggressor kämpfte. Es war der wichtigste und glorreichste Sieg in der gesamten deutschen Geschichte. Endlich haben alle deutschen Staaten gemeinsam gegen einen Feind gekämpft und die Jahrhundertelange Uneinigkeit konnte überwunden werden. Nach dem Sieg fand die Reichsgründung unter der Ägide von Bismarck in Versailles statt.

Selbstverständlich musste dieser Sieg mit Waffengewalt erzwungen werden. Europa war damals ein einziger Kriegsschauplatz und Krieg war ein völlig gängiges Mittel der Politik. Zum Selbstverständnis jeder Nation gehört die eigene Geschichte, die vor allem durch militärische Siege oder Niederlagen geprägt ist. Die Franzosen sind auf Jeanne d’Arc (Jungfrau von Orléans) stolz, die es letztendlich schaffte die Engländer aus Frankreich zu vertreiben, die Amerikaner auf ihren Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien und die Spanier sind auf ihre Reconquista. Geschichte trägt zum Selbstverständnis und der Identität der eigenen Nation bei.

Selbstverständlich gilt das nicht für alle Kriege. Auf den Vietnamkrieg ist sicherlich kein Amerikaner stolz (und nicht nur, weil sie ihn verloren haben), aber auf bestimmte Kriege muss man einfach stolz sein und gerade der Deutsch-Französischen Krieg hat wie kein anderes geschichtliches Ereignis Deutschland im positiven Sinne geprägt. Heiner Geißler (CDU) sieht es jedoch etwas anders. Seiner Meinung nach sollte die Siegessäule gesprengt werde:

Die Siegessäule ist nicht nur ein architektonisches Bauwerk, das man nach Belieben abreißen und sprengen könnte. Ich würde der Siegessäule eine mindestens ebenso wichtige Bedeutung für Deutschland zusprechen wie die Freiheitsstatue für die USA. Das ist der Unterschied zwischen dem selbsthassenden Deutschland und der USA. Würde das gleiche ein Amerikaner mit der Freiheitsstatue fordern, würde er am nächsten Tag in Guantanamo sitzen und sehr viel Wasser schlucken müssen. Bei uns aber werden solche Leute hofiert und in Talkshows eingeladen. Soweit ist es in Deutschland schon gekommen. Wieso sprengen wir nicht gleich den Hermannsdenkmal ? Dieser Arminius war ja auch ein rüpelhafter Zeitgenosse, der sich sich mit Waffengewalt (wie grauenhaft) gegen die Unterdrückung der Römer wehrte. Diese schreckliche und gewaltverherrlichende Pose (hält das Schwert in die Luft) ist ja auch sehr nationalistisch und irgendwie auch rechts. Die Germanen hätten sich einfach versklaven lassen sollen. So zumindest denken sicherlich viele Antifas, Grüne und die meisten SPD-Anhänger. Aber das aus dem Mund eines CDU-Politikers zu hören hat mich trotz des Linkskurses der CDU doch ein wenig verwundert. Der Marsch durch die Institutionen hat anscheinend nicht mal vor der CDU halt gemacht.

Letztendlich will man nicht, das wir ein Bewusstsein und eine eigene Identität haben. Gesichtsunterricht beschränkt sich bei uns in der Schule auf die Zeit zwischen 1933 und 1945. Kulturelle Leistungen oder ruhmreiche Siege könnten ja auch zu so etwas wie Stolz und Würde beitragen und diese stehen dem europäischen Einigungsprozess irgendwie auch im Weg. Wir sind Europäer, wir sind Weltbürger, aber keine bösen Deutschen. Diese Entwicklung ist jedoch nicht nur in Deutschland / Österreich zu beobachten: Die Amerikaner lernen, das sie böse Indianerhasser und Rassisten sind, die Engländer und Niederländer, dass sie unbarmherzige Kolonialherren sind und sie deswegen verpflichtet sind Millionen Afrikaner und Marokkaner zu importieren und die Spanier, dass sie barbarische Islamhasser sind, die den den ach so toleranten und friedlichen Islam aus Spanien vertrieben haben. Das Hervorheben der negativen geschichtlichen Ereignissen ist eine gängige Praxis, die von marxistisch angehauchten Bildungspolitikern gefördert wird. Nicht ohne Grund gibt es bei uns in Deutschland Jugendliche, die während der EM durch die Gegend laufen und Deutschlandfahnen abreißen. Genau zu diesem Verhalten wurden sie in der Schule erzogen.

Ich kann nur allen Geißlers, Fischers und Antifas folgendes Zitat von Rudyard Kipling zu Herzen legen:

When a land rejects her legends,
Sees but falsehoods in the past;
And its people view their Sires in the light of fools and liars,
‘Tis a sign of its decline and its glories cannot last.
Branches that but blight their roots yield no sap for lasting fruits

Grob übersetzt:

Wenn ein Land seine Legenden leugnet,
Und nur Schlechtes in der Vergangenheit erblickt;
Und sein Volk ihre Urväter nur in den Augen von Narren und Lügnern sieht,
Ist dies ein Zeichen des Niedergangs, und dessen Ruhm wird nicht mehr lange halten.
Mit verfaulten Wurzeln werden die Zweige keine Früchte hervorbringen.


5 Kommentare on “Heiner Geißler will die Siegessäule sprengen”

  1. GehirnerweichungNein sagt:

    Guter Artikel. Schönes Gedicht.

  2. wagoneer sagt:

    Das kann ja nicht wahr sein, die Siegessäule wurde ja nicht ohne grund erbaut, und steht auch
    bestimmt unter Denkmalschutz. UND es ist ein WAHRZEICHEN der Stadt Berlin!!! Schon gut,wir
    haben mit Hitler einen Fehler gemacht, ABER! das hätte in JEDEM anderen Land auch geschehen können. Wir brauchen ja nicht ganz so Patriotisch wie die Amerikaner sein, was
    mir immer schon ein bischen auf die Nerven geht. Aber man darf ruhig ein bischen stolz auf
    sein Land sein, nicht alles ist schlecht!!

  3. Peter Hartmann sagt:

    Hallo Heiner Geisler ist auch ein linkslastiger Politiker ,es wurde die ganze Geschichte doch jahrzentelang oft dargestellt das Otto von Bismark auch ein Wegbereiter Hitlers gewesen ist,es wurde ja besonders Preussen wegen seinem Militarismus dafür verantwortlich gemacht. Das ist ein Werk der 68 er Generation, multikultureller Träumer usw. das man auf Denkmäler der deutsche Geschichte keinen Stolz haben darf. Wo führt das noch hin.

  4. Herbert Sägebeil sagt:

    Was bitte soll am Sieg im deutsch-französischen Krieg von 1870/71 glorreich gewesen sein? Seit wann hat eine Kulturnation es nötig, Ruhm durch Kriege zu erwerben? In welcher Zeit leben Sie eigentlich, anonymer Alfons, dass Sie einen solchen Unsinn verbreiten. Der deutsch-französische Krieg wurde letzten Endes durch Bismarck und seine Generäle provoziert („Emser Depesche“), und die Franzosen waren dumm genug, sich zur Kriegserklärung provozieren zu lassen. Aber Preußen und seine Verbündeten waren genauso Kriegstreiber wie die Franzosen es in jener Zeit auch waren. Es gab nicht den einseitigen Aggressor, wie Sie es darstellen wollen. Und vergessen wir nicht: Dieser Krieg befeuerte die Ressentiments zwischen beiden Ländern und war mit beteiligt an der Erzeugung eines Klimas, das zwei Weltkriege heraufbeschwor. Was bitte ist daran glorreich für Deutschland, das diese zwei Weltkriege mit vom Zaun gebrochen hat. Sie betreiben mit solchen Aussagen Geschichtsklitterung – und eine Kulturnation wie Deutschland hat es nicht nötig, sich über „ruhmreiche Siege“ zu definieren. Übrigens bin auch ich dafür, die Siegessäule zu erhalten, aber aus einem anderen Grund: um der Bevölkerung zu zeigen, wie weit wir es seit jenen Zeiten gebracht haben, und dass wir trotz unserer Kriegstreiberei als Nation weiter bestehen durften – dank des Geschicks weitsichtiger und friedlich gesinnter Diplomaten, die nicht so einen Unsinn reden wie Sie.


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